Die Grenzen sprengen

Es war einmal ein Bär, der viele Jahre in einem Käfig eingesperrt lebte. Jeden Tag marschierte er in dem Käfig auf und ab – zehn Schritte nach vorn, zehn zurück. Mehr Platz gab es nicht. Und eines Tages geschah es: Der Bär wurde umgesiedelt, sollte einen besseren Platz mit angenehmerem Ambiente erhalten. Er wurde mit einer Spritze betäubt und zu dem neuen Gehege gebracht. Hier warteten die Menschen, die sich für bessere Lebensbedingungen für ihn eingesetzt hatten und erwarteten die Reaktion des Bären.

Langsam kam das Tier zu sich, streckte und reckte sich und blickte sich verwundert im neuen Umfeld um. Es gab da Bambusbäume, sogar ein kleiner Bach plätscherte durch das riesige Areal, das dem Bären nun zur Verfügung stand. Das neue Gebiet war so groß, daß keine Begrenzung zu erkennen war.

Der Bär stand langsam auf und fing an, seine Umgebung zu erkunden. Vorsichtig setzte er ein Bein vor das andere … acht, neun, zehn, und dann kehrte er um. So ging das Tag für Tag. Am Leben des Bären hatte sich überhaupt nichts geändert. Seine Welt war und blieb nur zehn Schritte groß. An die hatte er sich gewöhnt, das war seine Welt. Mehr Spielraum erwartete er nicht mehr.

Quelle: Nikolaus B. Enkelmann, Charisma; Rusch Verlag (Hörbuch)

Manchen Menschen wird es ähnlich mit ihren Wünschen und Zielen gehen. Sie begrenzen sich mit Aussagen wie „Das kann ich nicht“ oder „Das habe ich schon immer so gemacht“.

Die Teilnehmer in meinen Seminaren trainieren, ihre Möglichkeiten zu erkennen und auszuschöpfen. Sie stellen Althergebrachtes in Frage und probieren neue Wege, um neue Ziele zu erreichen. Sie verlassen eingefahrene Gleise, um eine andere Sicht der Dinge zu erlangen. Auf diese Weise wachsen sie über ihre Grenzen hinaus und führen ein erfülltes Leben, in privater wie in beruflicher Sicht.

Diese Menschen beherzigen einen wichtigen Grundsatz der Natur: Nur Wachstum bedeutet Leben.


Für die Inhalte dieses Artikels ist nicht top-experten.com, sondern Manfred Flügge verantwortlich.

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