Vertrauen Sie Ihren Fähigkeiten

Ein Junge gibt sich große Mühe, das Baseball-Spiel zu erlernen. Er möchte in das Team, in dem auch seine Freunde mitspielen, kann aber weder gut werfen noch gut fangen, und zu allem Überfluß hat er auch noch Angst vor dem Ball.

Während das Team trainiert, wird er immer mutloser. Er erklärt dem Trainer, daß er daran denkt, die Mannschaft zu verlassen, weil er ein so „schlechter Ballspieler“ ist. Der Trainer antwortet: „Es gibt keine schlechten Ballspieler, es gibt nur Menschen, die nicht in ausreichendem Maße auf ihre Fähigkeit, etwas zu lernen, vertrauen.“

Der Trainer steht dem Jungen gegenüber, legt ihm den Ball in den Handschuh und fordert ihn auf, ihm den Ball zurückzugeben. Während sich dies wiederholt, entfernt sich der Trainer allmählich, bis der Junge den Ball problemlos über eine gewisse Entfernung fangen und werfen kann. Mit diesem neugewonnenen Vertrauen in seine Fähigkeit, etwas zu lernen, nimmt der Junge weiter am Training teil und wird so schließlich zu einem guten Spieler seines Teams.

Quelle: Robert B. Dilts, Die Magie der Sprache; Junfermann, 2001

Kennen Sie solche Situationen, in denen Menschen an ihren Fähigkeiten zweifeln, sich nicht zutrauen, eine Aufgabe auszuführen? Aussagen, wie „Das kann ich nicht“ oder – als Steigerung – „Das haben wir schon immer so gemacht“ sind Ihnen sicher bekannt; vielleicht haben Sie sie auch schon benutzt.

In unserer Geschichte haben ein paar aufmunternde Worte das Leben des Jungen zum Besseren gewendet. Sie haben eine einschränkende Überzeugung in eine umfassendere Sichtweise verwandelt, die viel mehr Möglichkeiten eröffnet. Außerdem wurde die Wertung „schlechter Ballspieler“ neutralisiert.

Die Teilnehmer meiner Seminare lernen und trainieren, mit solchen Situationen umzugehen. Ob wir Mitarbeiter dazu bringen wollen, eine neue Software zu lernen, ein Verkaufsgespräch auf eine andere Art zu führen oder ihre Kommunikation untereinander zu verbessern – in vielen Fällen gibt es Widerstand.

Abgesehen davon, daß es immer eine gewisse Anzahl von Menschen gibt, die grundsätzlich gegen alles ist, trauen sich andere oft nicht zu, Neues zu lernen. Und dann, werden Sie fragen, reichen ein paar positiv formulierte Worte aus, um einen Umdenkungsprozeß herbeizuführen?

Ja, weil positive Aufforderungen die Blockade im Gehirn lösen können. Viele Menschen denken von verschiedenen Möglichkeiten zunächst immer die negative und geraten so gedanklich in eine Sackgasse. Dort entstehen dann aus den negativen Gedanken entsprechende Worte, die schließlich zur negativen Überzeugung führen.

Wenn wir unserem Unterbewußtsein mitteilen, was wir alles nicht können, entsteht auch keine Motivation, etwas zu probieren. Wenn wir positiv fragen „Was muß ich tun, um dieses Ergebnis zu erreichen?“ oder „Wie kann ich besser kommunizieren?“ und „Auf welche Weise kann ich erfolgreiche Verkaufsgespräche führen?“, bekommen wir eine offene Sichtweise, aus der hilfreiche Ideen uns zur Tat ermutigen.

Diese Denkweise stärkt auch das Selbstvertrauen, weil nicht jeder Versuch gleich schlechtgeredet wird, nur weil er nicht komplett unseren Vorstellungen entspricht. Sollte der erste Versuch nicht klappen, starten wir den zweiten.So einfach ist das.


Für die Inhalte dieses Artikels ist nicht top-experten.com, sondern Manfred Flügge verantwortlich.

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